Die Herzenssprecherin - Freirednerin Caroline

Zwischen Buchhaltung und Abschied – der Alltag einer Trauerrednerin

Es gibt Tage, da liegen Zahlen und Gefühle nebeneinander auf dem Schreibtisch.
Ordnung und Chaos. Struktur und Tiefe.
Ein solcher Tag ist heute.

Der Morgen beginnt leise. Noch bevor die Welt laut wird, sitze ich mit einer Tasse Kaffee am Tisch. Das Fenster ist einen Spalt geöffnet, frische Luft mischt sich mit Gedanken, die noch nicht sortiert sind. Ein neues Jahr liegt vor mir – mit vielen Ideen, die sich noch nicht festlegen lassen wollen. Und mit Aufgaben, die Klarheit verlangen.

Ich beginne mit der Buchhaltung.
2025 abschließen. Belege sortieren. Zahlen ordnen.

Es ist eine Arbeit, die wenig Glamour hat, aber viel Wirkung. Denn wenn im Außen Ordnung entsteht, wird es im Inneren weiter. Diese Klarheit brauche ich, um später ganz da sein zu können – für Menschen, für Geschichten, für Abschiede. Auch das gehört zum Alltag einer Trauerrednerin.

Wenn Zahlen zurücktreten und ein Leben in den Vordergrund rückt

Am späten Vormittag verändert sich etwas.

Der Fokus verschiebt sich. Die Zahlen treten zurück, ein Name tritt nach vorne. Ein Leben. Ein Mensch, den ich nicht persönlich kannte, dessen Geschichte ich aber erzählen darf.

Ich lese Notizen, höre Erinnerungen, lasse Worte wirken. Zwischen den Sätzen entsteht ein Bild – nicht vollständig, nicht perfekt, aber ehrlich. Genauso, wie es eine Trauerrede sein darf.

Rednerin sein bedeutet nicht, schöne Worte zu sammeln.

Es bedeutet zuzuhören. Zwischen den Zeilen.

Zu spüren, was gesagt werden möchte und was nicht.

Worte finden für einen würdevollen Abschied

Manchmal gehe ich hinaus. Ein paar Schritte. Frische Luft. Bewegung.
Die Gedanken dürfen sich lösen, dürfen schweifen. Oft kommen genau dann die richtigen Worte. Nicht laut, nicht spektakulär. Sondern still. Tragfähig.

Am Nachmittag ist Zeit für das Wesentliche.
Für das Trauergespräch. Für das Schreiben, das eigentlich ein Lauschen ist. Ich suche keine großen Sätze. Ich suche wahre. Worte, die halten, ohne zu beschweren. Die Raum lassen für Trauer, für Liebe, für Erinnerung.

Zweifel gehören dazu. Immer.

Reicht das? Wird es den Menschen gerecht?

Dann erinnere ich mich daran, worum es wirklich geht: nicht um Perfektion, sondern um Präsenz. Um Würde. Um Echtheit. Das ist die Grundlage jeder guten Trauerrede.

Zwischen Alltag und existenziellen Momenten

Wenn der Abend kommt, wird es ruhiger.Vielleicht notiere ich noch Gedanken für neue Projekte, für das neue Jahr, das so offen vor mir liegt. Vielleicht zünde ich eine Kerze an und lasse den Tag nachklingen.

Denn dieser Beruf bewegt sich ständig zwischen Gegensätzen.
Zwischen Buchhaltung und Abschied.

Zwischen Organisation und Gefühl.

Zwischen Alltag und existenziellen Momenten.

Und genau darin liegt seine Tiefe.

Rednerin sein heißt, Worte zu finden, aber vor allem heißt es, still genug zu sein, damit andere gehört werden können.

Suchen Sie nach wahren Worten für einen Abschied? Ich bin gerne an Ihrer Seite, um gemeinsam die Erinnerungen zu ordnen. Kontaktieren Sie mich.